Lohnbüro Kosten 2026: Marktpreise pro Mitarbeiter pro Monat (8 bis 25 EUR), § 34 StBVV-Steuerberatergebühren, Inhouse-TCO im Vergleich

Lohnbüro Kosten 2026: Was Sie pro Mitarbeiter wirklich zahlen

Sandra Müller, HR-Leiterin in einem Berliner Mittelständler mit 35 Mitarbeitern, sitzt in der Vorbereitung für das nächste Geschäftsführer-Meeting. Auf der Agenda steht eine einzige Frage: "Was kostet uns das Auslagern der Lohnabrechnung wirklich?" Sandra braucht eine belastbare Zahl, die im Vorstandskreis nicht zerlegt wird. Keine Hochglanzbroschüre, keine vage Preisspanne, sondern konkrete Beträge mit Quelle.

Genau dafür ist dieser Artikel gemacht. Wir zeigen Ihnen die realistischen Preise für ein Lohnbüro im Jahr 2026, belegt durch die offizielle Steuerberatergebührenverordnung (StBVV), die DATEV-Preisliste und Destatis-Daten zu Arbeitskosten. Sie bekommen eine Skaleneffekt-Tabelle für 5 bis 200 Mitarbeiter, die wichtigsten versteckten Zusatzkosten und eine ehrliche Total-Cost-of-Ownership-Rechnung Inhouse versus extern. Am Ende wissen Sie, was Sie zahlen sollten und was im Angebot auf jeden Fall stehen muss.

Lohnbüro Kosten 2026 im Überblick

Der Markt für externe Lohnbuchhaltung in Deutschland sortiert sich 2026 in drei klare Preisklassen. Wer einen schnellen Anhaltspunkt für die GF-Vorlage braucht, kann sich an einer Faustregel orientieren: Der Marktdurchschnitt für ein Standardpaket liegt bei 18 bis 25 EUR pro Mitarbeiter und Monat. Darunter und darüber gibt es seriöse Angebote, aber sie bedienen unterschiedliche Bedürfnisse.

Preisklasse

EUR pro Mitarbeiter/Monat

Typischer Leistungsumfang

Geeignet für

Basis

8 bis 15

Reine Abrechnung, SV- und Steuermeldungen, Lohnzettel digital

Stabile Belegschaft, wenig Sonderfälle, Mikrobetriebe

Standard

18 bis 25

Komplette Abrechnung, Bescheinigungswesen, Self-Service-Portal, fester Ansprechpartner

Mittelstand 10 bis 100 Mitarbeiter

Premium

ab 25

Standard plus dedizierte Betreuung, kurze Reaktionszeiten, Sonderfall-Kompetenz

Komplexe Lohnarten, Baulohn, internationale Mitarbeiter

Was die Spanne in den jeweiligen Klassen treibt, sind vier Faktoren: die Mitarbeiterzahl (Skaleneffekt), die Branche (Baulohn und Pflege sind komplexer), die eingesetzte Software (DATEV, ADDISON, Sage, Lexware) und der Anteil an Sonderfällen wie betrieblicher Altersvorsorge, Dienstwagen oder Pfändungen. Wenn Sie tiefer in die einzelnen Preismodelle einsteigen wollen, finden Sie in unserem Übersichtsartikel Was kostet eine externe Lohnabrechnung: Preismodelle im Überblick eine erweiterte Vergleichsmatrix. Regionale Preisunterschiede und drei verschiedene Mindestlöhne 2026 behandeln wir im Artikel Lohnbüro Berlin: Wann sich ein lokaler Anbieter lohnt.

Zum Kontext: Das Statistische Bundesamt weist die Arbeitskosten in Deutschland für 2025 auf 45,00 EUR pro geleisteter Stunde aus, ein Plus von 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr (Destatis-Pressemitteilung Arbeitskosten 2025). Wer eine eigene Lohnbuchhalterin einstellt, zahlt nicht nur das Bruttogehalt, sondern die gesamte Personalkostenstruktur. Dazu mehr im TCO-Kapitel weiter unten. Wenn Sie ein digitales Setup mit Mitarbeiter-Self-Service und festem Ansprechpartner wollen, lohnt sich ein Blick auf Ihr digitales Lohnbüro.

Was die StBVV (Steuerberatergebührenverordnung) vorschreibt

Wenn Ihre Lohnabrechnung von einem Steuerberater gemacht wird, gilt der Rahmen der Steuerberatergebührenverordnung (StBVV). § 34 StBVV regelt genau, was ein Steuerberater für die Lohnbuchführung verlangen darf. Diese Verordnung ist Ihre wichtigste Vergleichsgrundlage, denn sie liefert harte Eurobeträge und damit eine objektive Diskussionsbasis im GF-Meeting.

Leistung nach § 34 StBVV

Gebührenrahmen je Arbeitnehmer und Abrechnungszeitraum

Lohnabrechnung mit voller Buchführung

6,00 bis 30,00 EUR

Einmalige Einrichtung der Lohnkonten

6,00 bis 19,00 EUR

Lohnabrechnung mit Vorbereitung durch Auftraggeber

2,50 bis 9,50 EUR

DV-basierte Abrechnung (mit Datenträgerübergabe)

1,20 bis 4,20 EUR

Die Rahmensätze haben sich zum 01.07.2025 mit der 5. Novelle der StBVV um rund 9 Prozent erhöht. Diese Anpassung war überfällig: Die vorherige Anpassung lag Jahre zurück, während Personal- und Softwarekosten in den Kanzleien stetig stiegen. Die Erhöhung schlägt seit dem zweiten Halbjahr 2025 auf die Honorare durch und ist 2026 vollständig wirksam.

In der Praxis bedeutet das: Steuerberater rechnen meist am oberen Ende der Rahmensätze ab, also eher bei 25 bis 30 EUR pro Mitarbeiter und Monat für die volle Lohnbuchführung. Das ergibt sich daraus, dass die Untergrenze von 6 EUR nur noch schwer kostendeckend ist und Steuerberater bei knappen Margen kein Interesse haben, Lohnbuchhaltung als Verlustgeschäft zu führen. Wer dennoch günstig beim Steuerberater abrechnet, bekommt häufig die Variante "Vorbereitung durch Auftraggeber" (also Sie liefern die fertigen Buchungssätze) oder die DV-basierte Abrechnung mit Datenträgerübergabe zum reduzierten Satz.

Der genaue Wortlaut der Verordnung steht offiziell unter § 34 StBVV Lohnbuchführung (gesetze-im-internet.de). Eine erweiterte Lesart mit allen Tabellen und Anlagen finden Sie im BMF Online-Handbuch zur StBVV 2025. Die Bundessteuerberaterkammer kommentiert die Hintergründe der Novelle auf ihrer offiziellen Seite zur StBVV.

Festpreis vs. Stundensatz vs. Pauschale: Welches Modell passt?

Drei Abrechnungsmodelle dominieren den Markt. Welches für Sie passt, hängt von Ihrer Mitarbeiterzahl, der Fluktuation und der Anzahl der Sonderfälle ab. Die Modelle sind nicht besser oder schlechter, sondern unterschiedlich planbar.

Modell

Wie abgerechnet wird

Vorteile

Nachteile

Typischer Anbieter

Festpreis pro Mitarbeiter/Monat

EUR-Betrag x Anzahl Mitarbeiter

Planbar, transparent, skaliert mit Belegschaft

Bei vielen Sonderfällen häufig Aufschläge

Spezialisiertes Lohnbüro

Stundensatz

90 bis 150 EUR pro Arbeitsstunde

Fair bei vielen individuellen Fragen

Schwer planbar, Rechnungen schwanken stark

Steuerberater nach StBVV

Monatspauschale

Fester Monatsbetrag unabhängig von der Zahl

Sehr planbar für sehr kleine Teams

Bei Wachstum nicht skalierbar

Kleine Lohnbüros für Mikrobetriebe

Der Festpreis pro Mitarbeiter und Monat ist 2026 das dominante Modell im professionellen Markt. Er ist planbar, leicht in die Personalplanung integrierbar und passt sich automatisch an Veränderungen in der Belegschaft an. Stellen Sie ein, kommt ein Mitarbeiter auf die Rechnung. Tritt jemand aus, fällt der Posten weg. Für mittelständische Unternehmen mit stabiler oder leicht wachsender Belegschaft ist das die richtige Wahl.

Der Stundensatz ist typisch für Steuerberater, die nach StBVV abrechnen, aber zusätzlich individuelle Fragen begleiten. Wer viele Sonderfälle hat, vielleicht regelmäßig Lohnpfändungen oder komplexe BAV-Konstrukte, kann mit dem Stundensatz fair fahren. Das Problem: Die Rechnung lässt sich vorher kaum prognostizieren, und das macht es schwierig, im GF-Meeting eine Zahl zu nennen.

Die Monatspauschale funktioniert nur unterhalb von etwa fünf Mitarbeitern. Ein kleines Lohnbüro nimmt zum Beispiel 89 EUR im Monat für bis zu drei Abrechnungen. Sobald Ihr Team wächst, lohnt sich der Wechsel zum Festpreis pro Mitarbeiter.

Skaleneffekt: Was kostet ein Lohnbüro bei 5, 20, 50 und 200 Mitarbeitern?

Der wichtigste Hebel für die Kosten ist die Belegschaftsgröße. Pro Mitarbeiter sinkt der Preis mit jeder zusätzlichen Person, weil sich Fixkosten verteilen und die Automatisierung im Lohnlauf greift. Wer das im GF-Meeting belegen will, braucht diese Tabelle.

Mitarbeiterzahl

Marktpreis-Range (EUR/Mitarbeiter/Monat)

Typischer Anbieter

Monatskosten gesamt

bis 5 Mitarbeiter

14,00 bis 19,50

Kleines Lohnbüro oder Steuerberater

70 bis 98 EUR

6 bis 20 Mitarbeiter

12,00 bis 17,00

Mittelständisches Lohnbüro

240 bis 340 EUR

21 bis 50 Mitarbeiter

11,00 bis 15,00

Spezialisierter Anbieter

550 bis 750 EUR

51 bis 200 Mitarbeiter

10,00 bis 13,00

Großes Lohnbüro oder Outsourcer

2.000 bis 2.600 EUR

über 200 Mitarbeiter

individuell, verhandelbar

Enterprise-Outsourcer

individuell

Warum sinkt die Spanne mit wachsender Mitarbeiterzahl so deutlich? Drei Effekte greifen ineinander. Erstens verteilen sich Fixkosten auf mehr Köpfe, also Software-Lizenzen, Mandantenanlage, jährliche Stammdatenpflege. Zweitens steigt der Automatisierungsgrad, weil große Mandanten standardisierte Schnittstellen zur Zeiterfassung und HR-Software haben. Drittens sinkt der Aufwand für Einzelfälle pro Lohnzettel, weil Sonderfälle bei großen Belegschaften zwar absolut häufiger, relativ aber seltener werden.

Für Sandra in unserem Beispiel mit 35 Mitarbeitern landet die Rechnung also bei etwa 385 bis 525 EUR im Monat (35 mal 11 bis 15 EUR). Das ist eine belastbare Zahl, mit der sie im GF-Meeting auftreten kann.

Wann lohnt sich ein Wechsel zwischen den Tiers? Wenn Sie über die Schwelle von 20 oder 50 Mitarbeitern wachsen, ist es sinnvoll, das Angebot Ihres aktuellen Anbieters neu zu prüfen. Viele kleinere Lohnbüros bleiben in ihrer Preisstruktur bei 18 EUR pro Mitarbeiter, obwohl Ihre Belegschaft schon längst in einem niedrigeren Tier abgerechnet werden könnte. Ein Marktscan einmal pro Jahr ist kein Misstrauen, sondern Pflicht in der Kostendisziplin.

Was im Standardpreis enthalten ist

Bevor Sie Angebote vergleichen, müssen Sie wissen, was der "Standardpreis" eines seriösen Lohnbüros überhaupt umfasst. Diese Checkliste ist Ihr Mindeststandard. Wenn ein Anbieter eine dieser Positionen nicht inkludiert, ist das Angebot kein Standard, sondern Basis.

  • Monatliche Lohn- und Gehaltsabrechnung für alle Mitarbeiter, inklusive variabler Bestandteile (Zuschläge, Provisionen, Sachbezüge)

  • Digitale Lohnzettel über ein Mitarbeiter-Self-Service-Portal oder per verschlüsselter Übermittlung

  • SV-Meldungen nach DEÜV (Anmeldung, Abmeldung, Jahresmeldung, Unterbrechungsmeldung)

  • Monatliche Lohnsteueranmeldung ans Finanzamt

  • Standard-Bescheinigungen wie AU-Bescheinigungen, EEL-Meldungen (Entgeltersatzleistungen) und Sofortmeldungen

  • Jahresmeldungen und Lohnsteuerbescheinigungen zum Jahreswechsel

  • Beitragsnachweise an Krankenkassen und SV-Träger

  • Fester Ansprechpartner, der Ihre Lohnarten und Ihre Belegschaft kennt

Was üblicherweise nicht im Standardpreis enthalten ist, sind Sonderfälle wie Pfändungen, Insolvenzgeld, BAV-Setup, internationale Mitarbeiter, englischsprachige Abrechnungen und Korrekturläufe nach Stichtag. Diese Posten landen im nächsten Kapitel.

Versteckte Zusatzkosten: Worauf Sie achten müssen

Hier wird es teurer, als die Werbebroschüre verspricht. Versteckte Kosten machen den Unterschied zwischen einem realistischen Jahresbudget und einer bösen Überraschung im November. Ehrlich auch zur Grenze: Auch bei LohnDialog gibt es Positionen, die wir extra abrechnen, weil sie nicht zum monatlichen Standardlauf gehören.

Zusatzposten

Typische Preisspanne

Wann er anfällt

Setup und Migration

einmalig 200 bis 1.500 EUR

Bei Wechsel des Anbieters, Onboarding-Aufwand

Mehraufwand-Bescheinigungen (AzA, Insolvenzgeld, Pfändung)

5 bis 25 EUR pro Stück

Anlassbezogen, schwer planbar

Korrekturläufe nach Stichtag

8 bis 20 EUR pro Korrektur

Bei nachträglichen Änderungen

Sonderfall-Begleitung (BAV-Setup, Dienstwagen, Equity)

80 bis 150 EUR pro Stunde

Bei neuen Konstrukten

Lohnabrechnung in englischer Sprache

Aufschlag 10 bis 30 Prozent

Internationale Mitarbeiter

Außerordentliche Jahresarbeiten

50 bis 200 EUR

Sonderprüfungen, Reports

So prüfen Sie das im Vertrag: Lassen Sie sich vor Vertragsunterschrift eine vollständige Leistungsmatrix geben. Alles, was nicht namentlich als "inklusive" aufgeführt ist, kostet extra. Das gilt besonders für Bescheinigungen, die nur einmal im Jahr anfallen, aber dann gerne als Sonderleistung berechnet werden. Wer ein Lohnbüro auslagern möchte, sollte zudem den Setup-Aufwand explizit verhandeln, damit kein vierstelliger Betrag schon im ersten Monat auftaucht.

DATEV-Software-Kosten 2026

DATEV ist im deutschen Mittelstand der Quasi-Standard für Lohnabrechnung. Wer inhouse abrechnet oder mit einem Steuerberater zusammenarbeitet, kommt an DATEV selten vorbei. Die Preise für 2026 sind transparent und über DATEV (Hersteller) abrufbar.

  • DATEV Lohn und Gehalt classic: ab 15,10 EUR pro Monat

  • DATEV Lohn und Gehalt comfort: ab 25,40 EUR pro Monat

  • DATEV Cloud-Flatrate: 0,40 EUR pro Mitarbeiter und Monat

  • DATEV Arbeitnehmer Online (Self-Service): 0,15 EUR pro Mitarbeiter und Monat

Wichtig zu wissen: Die Lizenzgebühren von DATEV Lohn und Gehalt sind Grundgebühren. Dazu kommen mitarbeiterabhängige Komponenten wie die Cloud-Flatrate und das Self-Service-Portal. Wer 35 Mitarbeiter abrechnet, zahlt also nicht nur die 15,10 EUR Grundgebühr, sondern zusätzlich 35 mal 0,40 EUR Cloud plus 35 mal 0,15 EUR Self-Service, das sind weitere 19,25 EUR. Auf das Jahr gerechnet kommen für die Software allein rund 410 EUR zusammen, und darin sind weder Personal noch Fortbildung noch Vertretungsrisiko enthalten.

Wer DATEV im Lohnbüro-Preis schon drin hat: externe Service-Provider und Lohnbüros, die DATEV als Plattform einsetzen, übernehmen die Lizenzkosten in den Festpreis. Bei seriösen Anbietern ist das in den 18 bis 25 EUR pro Mitarbeiter und Monat eingepreist. Wer DATEV selbst zahlt, sind Inhouse-Anwender und Steuerberater, die DATEV nutzen, aber nach StBVV abrechnen.

Wie das in der Praxis konkret aussieht (Lohnart anlegen, Steuerklasse VI, Programmstand), zeigen wir am Beispiel der Aktivrente im Artikel DATEV Aktivrente abrechnen 2026: Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Branchen-Aufschläge: Baulohn, Pflege und Schichtbranchen

Nicht jede Branche kostet gleich viel. Manche Sektoren haben so viele Sonderregelungen, dass jeder Lohnlauf mehr Zeit braucht und mehr Lohnarten benötigt. Das schlägt sich im Preis nieder.

Baulohn (SOKA-BAU-Pflicht) ist der Klassiker mit dem höchsten Aufschlag. Statt der üblichen 15 bis 20 EUR im Standardpaket landen Sie hier eher bei 20 bis 30 EUR pro Mitarbeiter und Monat. Der Grund: Bauunternehmen müssen Beiträge an SOKA-BAU für Urlaub, Berufsbildung und Zusatzversorgung melden, dazu kommen die Unterscheidung Bauhaupt- versus Baunebengewerbe, BRTV-Regelungen, witterungsbedingte Ausfälle und Saison-Kurzarbeitergeld. Wer Baulohn ausschreibt, sollte den Aufschlag von vornherein einkalkulieren und sich für einen Anbieter mit echter Baulohn-Kompetenz entscheiden. Mehr dazu auf unserer Seite Baulohn.

Pflege liegt bei 18 bis 25 EUR pro Mitarbeiter und Monat. Die Komplexität entsteht aus dem Pflegemindestlohn mit seinen drei Qualifikationsstufen, den Schichtmodellen mit unterschiedlichen Zuschlägen (Nacht, Sonntag, Feiertag) und der hohen Fluktuation, die die Stammdatenpflege aufwendiger macht.

Gastronomie schlägt mit 16 bis 22 EUR pro Mitarbeiter und Monat zu Buche. Trinkgeld-Versteuerung, der hohe Anteil an Minijobs (siehe Minijob-Zentrale), unregelmäßige Schichten und kurzfristige Aushilfen machen jeden Lohnlauf zu einem kleinen Puzzle.

Was diese Branchen verbindet: viele Lohnarten, viele Sonderfälle, häufige Korrekturen. Wer in einer dieser Branchen arbeitet, sollte beim Anbietervergleich nicht nur auf den Preis pro Mitarbeiter schauen, sondern auch auf die Branchenreferenzen. Ein günstiger Anbieter ohne Bauerfahrung wird im ersten Jahr durch Korrekturläufe und Rückfragestunden teurer als ein spezialisiertes Lohnbüro mit einem höheren Festpreis.

Total Cost of Ownership: Inhouse vs. Outsourcing

Hier kommt die Rechnung, die Sandra im GF-Meeting wirklich braucht. Was kostet es, eine eigene Lohnbuchhalterin halbtags zu beschäftigen, im Vergleich zum externen Lohnbüro? Wir rechnen am Beispiel von 10 Mitarbeitern, einem typischen Mittelstand-Setup für den Start.

Position

Inhouse (10 Mitarbeiter)

Outsourcing (10 Mitarbeiter)

Personal (0,5 FTE Lohnbuchhalter, Vollkosten)

28.000 EUR/Jahr

0 EUR

Software (DATEV Lohn und Gehalt + Cloud + Self-Service)

1.800 EUR/Jahr

inklusive

Fortbildungen, Fachliteratur, Kammerbeiträge

1.500 EUR/Jahr

inklusive

Vertretungsrisiko (Urlaub, Krankheit, Elternzeit)

2.500 EUR/Jahr

0 EUR

Externe Begleitung bei Sonderfällen

1.200 EUR/Jahr

reduziert

Summe pro Jahr

rund 35.000 EUR

rund 6.000 EUR (50 EUR x 10 x 12)

Der ROI ist eindeutig: Bei 10 Mitarbeitern amortisiert sich Outsourcing ab dem ersten Monat. Selbst bei 25 Mitarbeitern (Outsourcing-Kosten dann etwa 12.000 EUR im Jahr bei 40 EUR pro Mitarbeiter) ist die Inhouse-Variante mehr als doppelt so teuer wie die externe Lösung, sofern die Lohnbuchhalterin in Teilzeit ausreichend ausgelastet wäre.

Zum Personalkosten-Anker: Das Statistische Bundesamt weist die durchschnittlichen Arbeitskosten in Deutschland mit 45,00 EUR pro Stunde aus, im europäischen Vergleich (EU-Schnitt 34,90 EUR) ein hoher Wert. Wer also eine 20-Stunden-Stelle für Lohnbuchhaltung budgetiert, kommt rein auf das Personal schon auf etwa 47.000 EUR im Jahr. Vertiefte Daten finden Sie auf Destatis: Arbeitskosten und Lohnnebenkosten.

Was die Tabelle bewusst nicht zeigt: den Kontrollverlust beim Outsourcing, den Migrationsaufwand im ersten Quartal und das Risiko, dass der externe Anbieter ausfällt. Diese qualitativen Faktoren sind real, aber lassen sich nicht beziffern. Für die meisten mittelständischen Unternehmen überwiegt der wirtschaftliche Vorteil deutlich. Und mit einem Anbieter, der einen festen Ansprechpartner garantiert (siehe Ihr digitales Lohnbüro), reduziert sich der gefühlte Kontrollverlust auf ein Minimum.

Lohnbüro vs. Steuerberater Kosten: Direkter Vergleich

Wer steht zur Wahl? Steuerberater nach StBVV oder spezialisiertes Lohnbüro mit Festpreis? Hier ist der direkte Vergleich für ein Unternehmen mit 20 Mitarbeitern.

Anbieter

Monatskosten 20 Mitarbeiter

Was inklusive ist

Was extra kostet

Steuerberater nach StBVV

240 bis 600 EUR

Lohnabrechnung plus steuerliche Begleitung

Korrekturen, Sonderbescheinigungen, BAV-Setup

Lohnbüro Standard

240 bis 340 EUR

Lohnabrechnung komplett, fester Ansprechpartner

Echte Sonderfälle

LohnDialog

220 bis 340 EUR

Komplett plus Software-Plattform plus persönliche Betreuung

Nur exotische Sonderfälle

Wann der Steuerberater sinnvoll ist: Sie haben sowieso einen Steuerberater für die Buchhaltung und Jahresabschluss. Lohnabrechnung dazuzunehmen, ist organisatorisch einfacher, weil alle Daten an einer Stelle liegen. Der Preis ist im oberen Bereich der StBVV-Rahmen, also rund 25 bis 30 EUR pro Mitarbeiter und Monat (nach der 5. Novelle 2025). Vorteil: steuerliche Themen werden in derselben Hand mitgedacht. Nachteil: Lohnbuchhaltung ist für viele Kanzleien ein Nebengeschäft, und das spüren Sie bei der Reaktionsgeschwindigkeit.

Wann ein spezialisiertes Lohnbüro die bessere Wahl ist: Sie haben mehr als 15 Mitarbeiter, brauchen einen festen Ansprechpartner für HR-Themen und wollen ein modernes Self-Service-Portal für Ihre Belegschaft. Spezialisierte Anbieter haben Lohnbuchhaltung als Kerngeschäft. Sie sind schneller, die Software ist besser auf HR-Bedürfnisse zugeschnitten, und der Preis liegt häufig unter dem Steuerberater-Honorar.

Wir bei LohnDialog ergänzen den Steuerberater, statt ihn zu ersetzen. Viele unserer Mandanten haben weiterhin ihren Steuerberater für Buchhaltung und Jahresabschluss, lagern aber die Lohnabrechnung an uns aus. Das funktioniert, weil wir DATEV anbinden und die Schnittstellen sauber sind. Wenn Sie eine systematische Vergleichsmatrix wollen, finden Sie diese unter Lohnabrechnung Dienstleister-Vergleich.

FAQ

Was kostet eine Lohnabrechnung pro Mitarbeiter 2026?
Der Marktdurchschnitt für ein Standardpaket liegt 2026 bei 18 bis 25 EUR pro Mitarbeiter und Monat. Basis-Anbieter starten bei 8 bis 15 EUR, Premium-Anbieter beginnen ab 25 EUR. Die genaue Position innerhalb der Spanne hängt von Ihrer Mitarbeiterzahl, der Branche und der Anzahl an Sonderfällen ab.

Was kostet Lohnabrechnung beim Steuerberater?
Steuerberater rechnen nach § 34 StBVV ab, mit einem Rahmen von 6 bis 30 EUR pro Mitarbeiter und Abrechnungszeitraum für die volle Lohnbuchführung. In der Praxis liegt der Marktpreis nach der 5. StBVV-Novelle (01.07.2025) am oberen Ende, also bei rund 25 bis 30 EUR pro Mitarbeiter und Monat.

Wie hoch sind versteckte Kosten bei Lohnbüros?
Häufig anfallende Zusatzposten sind Setup und Migration (einmalig 200 bis 1.500 EUR), Sonderbescheinigungen (5 bis 25 EUR pro Stück), Korrekturläufe (8 bis 20 EUR pro Korrektur) und englischsprachige Abrechnungen (Aufschlag 10 bis 30 Prozent). Lassen Sie sich vor Vertragsabschluss eine vollständige Leistungsmatrix geben, in der jeder Posten als inklusive oder extra markiert ist.

Lohnt sich der Wechsel zu einem günstigeren Lohnbüro?
Bei einem Preisunterschied von mehr als 3 EUR pro Mitarbeiter und Monat lohnt sich die Prüfung. Bei 30 Mitarbeitern sind das 1.080 EUR im Jahr. Allerdings müssen Sie einen eventuellen Migrationsaufwand und die Einarbeitungszeit gegenrechnen. Ein Wechsel zum Jahreswechsel ist organisatorisch am einfachsten, weil dann ohnehin Jahresmeldungen und Lohnsteuerbescheinigungen anstehen.

Was kostet die Migration zu einem neuen Lohnbüro?
Die einmaligen Migrationskosten liegen bei 200 bis 1.500 EUR. Wer im ersten Quartal wechselt, hat den Vorteil der vollständigen Vorjahresdaten. Wer zum Jahreswechsel wechselt, profitiert vom natürlichen Schnitt durch Jahresmeldungen. Seriöse Anbieter geben Ihnen einen Festpreis für die Migration und übernehmen die DEÜV-Ummeldung, die Stammdatenübernahme und das Test-Lohnlauf-Verfahren.

Kann ich Lohnabrechnung selbst machen, um zu sparen?
Für sehr kleine Betriebe (1 bis 3 Mitarbeiter) ohne Sonderfälle kann das funktionieren. Sie brauchen dann eine geeignete Software (DATEV Lohn und Gehalt ab 15,10 EUR im Monat oder Alternativen wie Lexware, Sage), die Bereitschaft zur jährlichen Fortbildung und die Zeit für die monatlichen Lohnläufe und Meldungen. Sobald Sie über 5 Mitarbeiter oder einen Sonderfall hinauswachsen, ist Outsourcing fast immer günstiger und sicherer.

Sprechen Sie mit unseren Experten

Sie wollen wissen, was ein Festpreis für Ihre Belegschaft konkret kostet? Wir erstellen Ihnen ein Festpreis-Angebot mit kompletter Zusatzkosten-Übersicht, sodass keine Position im Verborgenen bleibt. Sie wissen vor Vertragsabschluss, was Sie monatlich zahlen und welche Posten zusätzlich anfallen können.

Unser Team freut sich auf Sie. Mehr zum Ablauf finden Sie unter Lohnabrechnung outsourcen.

Bild von Isabel Kießling
Isabel Kießling

Fachautorin für Lohn- und Gehaltsthemen mit Fokus auf praxisnahe Informationen rund um die Entgeltabrechnung.