Infografik Tarifrente Bau 2026 mit Zusatzversorgungskosten 70.848 EUR pro Jahr bei 60 Mitarbeitenden und Beitragssätzen West 3,2 Prozent, Ost 1,7 Prozent, Angestellte 67 EUR, Auszubildende 20 EUR

Tarifrente Bau und Zusatzversorgung: Was Arbeitgeber wissen müssen

Die betriebliche Altersvorsorge gehört zu den Themen, die im Tagesgeschäft eines Bauunternehmens schnell untergehen. Zwischen Baustellen-Koordination, Personalplanung und Baulohnabrechnung bleibt wenig Zeit, sich mit Zusatzversorgungsbeiträgen und Rentenansprüchen zu beschäftigen. Dabei ist die Tarifrente Bau für Arbeitgeber im Bauhauptgewerbe keine freiwillige Leistung, sondern eine tarifvertraglich verankerte Pflicht.

Wer die Beiträge falsch berechnet oder Meldungen verspätet abgibt, riskiert Nachforderungen und Säumniszuschläge bei der nächsten SOKA-BAU-Prüfung. Dieser Leitfaden erklärt die aktuellen Beitragssätze 2026, zeigt anhand eines Praxisbeispiels, wie die Berechnung funktioniert, und gibt einen Überblick über die Leistungen der Tarifrente Bau.

Was ist die Tarifrente Bau?

Die Tarifrente Bau ist die betriebliche Altersvorsorge für Beschäftigte im Bauhauptgewerbe. Sie wird über die Zusatzversorgungskasse (ZVK) der SOKA-BAU verwaltet und ausschließlich vom Arbeitgeber finanziert. Arbeitnehmer zahlen keinen eigenen Beitrag.

Die Rechtsgrundlage bildet der Tarifvertrag über das Sozialkassenverfahren im Baugewerbe (VTV). Dieser Tarifvertrag ist allgemeinverbindlich erklärt. Das bedeutet: Jeder Betrieb im Bauhauptgewerbe muss Beiträge zur Zusatzversorgung abführen, unabhängig davon, ob er tarifgebunden ist oder nicht.

Die Zusatzversorgung ist einer der drei Bestandteile des SOKA-BAU Gesamtbeitrags, neben der Urlaubskasse und der Berufsbildung. Arbeitgeber zahlen die Beiträge zusammen mit dem SOKA-BAU Gesamtbeitrag an die ULAK (Urlaubs- und Lohnausgleichskasse), die den Zusatzversorgungsanteil an die ZVK weiterleitet.

Gut zu wissen: Die Tarifrente Bau ergänzt die gesetzliche Rente. Sie wird als lebenslange monatliche Rente oder als einmalige Kapitalabfindung ausgezahlt, je nach Höhe des angesparten Guthabens.

Wer hat Anspruch auf die Tarifrente?

Grundsätzlich haben drei Gruppen von Beschäftigten im Bauhauptgewerbe Anspruch auf die Tarifrente Bau:

Gewerbliche Arbeitnehmer

Alle gewerblichen Arbeitnehmer, die in einem Betrieb des Bauhauptgewerbes beschäftigt sind, erwerben automatisch Ansprüche auf die Tarifrente Bau. Der Arbeitgeber zahlt einen prozentualen Beitrag auf den beitragspflichtigen Bruttolohn. Die Ansprüche entstehen unabhängig von der Dauer der Betriebszugehörigkeit: Schon ab dem ersten Arbeitstag werden Beiträge fällig.

Angestellte

Kaufmännische und technische Angestellte im Bauhauptgewerbe sind ebenfalls anspruchsberechtigt. Für sie gelten jedoch keine prozentualen Beitragssätze, sondern feste monatliche Pauschalbeträge. Die Unterscheidung zwischen gewerblichen Arbeitnehmern und Angestellten ist für die Beitragsberechnung relevant und muss in der Baulohnabrechnung korrekt abgebildet werden.

Auszubildende

Auch Auszubildende im Baugewerbe haben Anspruch auf die Branchenrente. Für sie wird ein reduzierter monatlicher Pauschalbetrag abgeführt. Damit beginnt der Aufbau einer betrieblichen Altersvorsorge bereits während der Ausbildung. Mehr zu den Besonderheiten der Ausbildung im Baugewerbe finden Sie in unserem Artikel zu Azubis im Baugewerbe.

Beiträge zur Zusatzversorgung 2026

Seit dem 1. Juli 2025 gelten die aktuellen Beitragssätze. Die wichtigste Änderung betraf die Zusatzversorgung Ost, die von 1,4% auf 1,7% angehoben wurde. Im Tarifgebiet West blieb der Satz bei 3,2% unverändert.

Gewerbliche Arbeitnehmer: Prozentuale Beiträge

Tarifgebiet

Beitragssatz Zusatzversorgung

Bezugsgröße

West

3,2%

Beitragspflichtiger Bruttolohn

Ost

1,7%

Beitragspflichtiger Bruttolohn

Die Zusatzversorgungsbeiträge sind im SOKA-BAU Gesamtbeitrag enthalten. Für das Tarifgebiet West beträgt der Gesamtbeitrag 20,2%, für das Tarifgebiet Ost 18,7%. Eine vollständige Aufschlüsselung aller Beitragsbestandteile finden Sie in unserem Artikel zu den SOKA-BAU Beiträgen 2026.

Beitragspflichtiger Bruttolohn: Als Berechnungsgrundlage dient der beitragspflichtige Bruttolohn. Dazu zählen der Grundlohn, Zuschläge und Mehrarbeitsvergütungen. Nicht beitragspflichtig sind bestimmte steuerfreie Zuschläge (z.B. Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeitszuschläge).

Angestellte: Pauschalbeträge

Tarifgebiet

Monatlicher Pauschalbetrag

Tagesbeitrag

West

67,00 EUR

3,35 EUR

Ost

42,50 EUR

2,13 EUR

Für Angestellte berechnet sich der Beitrag nicht nach dem tatsächlichen Gehalt, sondern als fester monatlicher Betrag. Dadurch ist die Kalkulation für den Arbeitgeber einfacher, die Rentenansprüche der Angestellten fallen jedoch in der Regel geringer aus als bei gewerblichen Arbeitnehmern mit vergleichbarem Einkommen.

Auszubildende

Für Auszubildende im Baugewerbe beträgt der Beitrag zur Zusatzversorgung 20,00 EUR pro Monat. Dieser Pauschalbetrag gilt einheitlich für West und Ost. Der Beitrag wird zusammen mit den übrigen SOKA-BAU-Beiträgen über die ULAK abgeführt.

Wichtig: Ausschließlich Arbeitgeberfinanzierung

Sämtliche Beiträge zur Zusatzversorgung werden ausschließlich vom Arbeitgeber getragen. Es gibt keinen Arbeitnehmeranteil. Das unterscheidet die Tarifrente Bau von vielen anderen Modellen der betrieblichen Altersvorsorge, bei denen Arbeitnehmer über Entgeltumwandlung eigene Beiträge leisten.

Berechnung der Zusatzversorgungsbeiträge: Praxisbeispiel

Thomas Keller ist kaufmännischer Leiter eines Bauunternehmens in Nordrhein-Westfalen mit 60 Mitarbeitenden. Sein Unternehmen beschäftigt 45 gewerbliche Arbeitnehmer, 12 Angestellte und 3 Auszubildende. So berechnen sich die monatlichen Zusatzversorgungsbeiträge:

Gewerbliche Arbeitnehmer (45 Mitarbeitende, Tarifgebiet West)

Position

Berechnung

Durchschnittlicher Bruttolohn

3.500,00 EUR pro Mitarbeiter

Beitragssatz Zusatzversorgung

3,2%

Beitrag pro Mitarbeiter

112,00 EUR

Beitrag gesamt (45 MA)

5.040,00 EUR

Angestellte (12 Mitarbeitende, Tarifgebiet West)

Position

Berechnung

Pauschalbetrag pro Angestelltem

67,00 EUR

Beitrag gesamt (12 MA)

804,00 EUR

Auszubildende (3 Azubis)

Position

Berechnung

Pauschalbetrag pro Azubi

20,00 EUR

Beitrag gesamt (3 Azubis)

60,00 EUR

Gesamtbelastung Zusatzversorgung

Gruppe

Monatlicher Beitrag

45 gewerbliche Arbeitnehmer

5.040,00 EUR

12 Angestellte

804,00 EUR

3 Auszubildende

60,00 EUR

Gesamtbeitrag Zusatzversorgung

5.904,00 EUR

Pro Jahr ergibt das eine Belastung von rund 70.848 EUR allein für die Zusatzversorgung. Diese Summe ist Teil des SOKA-BAU Gesamtbeitrags, den Thomas Keller ohnehin monatlich abführt.

Tipp: Bei der Budgetplanung sollten Arbeitgeber die Zusatzversorgung nicht isoliert betrachten, sondern immer den SOKA-BAU Gesamtbeitrag einkalkulieren. Für die 45 gewerblichen Arbeitnehmer in unserem Beispiel beträgt der Gesamtbeitrag (20,2%) rund 31.815 EUR monatlich, wovon die Zusatzversorgung etwa 16% ausmacht.

Welche Leistungen bietet die Tarifrente?

Die Tarifrente Bau umfasst drei Leistungsarten, die den Beschäftigten und ihren Angehörigen finanzielle Absicherung bieten:

Altersrente

Die Altersrente wird gezahlt, wenn der Versicherte die Regelaltersgrenze erreicht und Rentenansprüche erworben hat. Die Höhe richtet sich nach der Summe der eingezahlten Beiträge und den daraus erzielten Erträgen. Die Rente kann als monatliche Zahlung oder, bei kleineren Beträgen, als einmalige Kapitalabfindung ausgezahlt werden.

Erwerbsminderungsrente

Wenn ein Arbeitnehmer aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten kann, besteht Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente aus der Zusatzversorgung. Diese ergänzt die gesetzliche Erwerbsminderungsrente und hilft, die Einkommenslücke zu verringern. Voraussetzung ist, dass eine volle oder teilweise Erwerbsminderung im Sinne der gesetzlichen Rentenversicherung festgestellt wurde.

Hinterbliebenenversorgung

Im Todesfall des Versicherten haben Hinterbliebene Anspruch auf Leistungen aus der Zusatzversorgung. Die Hinterbliebenenversorgung umfasst Leistungen an Ehepartner, eingetragene Lebenspartner und in bestimmten Fällen an Waisen. Die genauen Voraussetzungen und die Höhe der Leistungen richten sich nach den tarifvertraglichen Regelungen.

Für Arbeitgeber bedeutet das: Die Tarifrente Bau ist ein konkretes Argument in der Mitarbeitergewinnung. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels im Baugewerbe kann die betriebliche Altersvorsorge den Unterschied machen, ob sich qualifizierte Fachkräfte für oder gegen Ihr Unternehmen entscheiden.

BauRente ZukunftPlus: Freiwillige Zusatzvorsorge

Neben der tariflich verpflichtenden Zusatzversorgung bietet SOKA-BAU mit der BauRente ZukunftPlus ein zusätzliches, freiwilliges Vorsorgemodell an. Es ergänzt die Tarifrente Bau und ermöglicht es Beschäftigten, über Entgeltumwandlung eine weitere Säule der Altersvorsorge aufzubauen.

Wie funktioniert die Entgeltumwandlung?

Bei der Entgeltumwandlung verzichten Arbeitnehmer auf einen Teil ihres Bruttolohns, der stattdessen in die BauRente ZukunftPlus eingezahlt wird. Der umgewandelte Betrag ist bis zu den gesetzlichen Höchstgrenzen steuer- und sozialversicherungsfrei. Das bedeutet:

  • Der Arbeitnehmer spart Steuern und Sozialabgaben auf den umgewandelten Betrag.

  • Der Arbeitgeber spart den Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung auf den umgewandelten Betrag.

Vorteile für Arbeitgeber

Die BauRente ZukunftPlus ist für Arbeitgeber aus mehreren Gründen interessant:

  1. Sozialversicherungsersparnis: Auf den umgewandelten Entgeltanteil entfallen keine Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung. Seit 2022 sind Arbeitgeber verpflichtet, 15% des umgewandelten Entgelts als Zuschuss zu leisten, sofern sie Sozialversicherungsbeiträge einsparen. Bei der BauRente ZukunftPlus ist diese Pflicht in der Regel erfüllt.

  2. Mitarbeiterbindung: Ein attraktives Vorsorgepaket stärkt die Arbeitgebermarke. Die BauRente ZukunftPlus lässt sich als zusätzliches Benefit in Stellenausschreibungen und Mitarbeitergesprächen positionieren.

  3. Geringer Verwaltungsaufwand: Die Abwicklung läuft über SOKA-BAU. Der Arbeitgeber muss lediglich die Entgeltumwandlung in der Entgeltabrechnung korrekt abbilden und die Beiträge abführen.

Vorteile für Arbeitnehmer

Beschäftigte profitieren von der staatlichen Förderung (Steuer- und SV-Freiheit der Beiträge) sowie von der kollektiven Kapitalanlage über SOKA-BAU. Die BauRente ZukunftPlus ist insolvenzgeschützt und kann bei einem Arbeitgeberwechsel innerhalb der Baubranche fortgeführt werden.

Zusatzversorgung in der Baulohnabrechnung

Die korrekte Verbuchung der Zusatzversorgungsbeiträge in der Baulohnabrechnung erfordert Sorgfalt. Die wichtigsten Punkte im Überblick:

Korrekte Erfassung der Beiträge

Die Zusatzversorgungsbeiträge werden zusammen mit den übrigen SOKA-BAU-Beiträgen als Gesamtbeitrag an die ULAK abgeführt. In der Lohnabrechnung müssen die einzelnen Bestandteile jedoch getrennt ausgewiesen werden:

  • Gewerbliche Arbeitnehmer: 3,2% (West) bzw. 1,7% (Ost) des beitragspflichtigen Bruttolohns

  • Angestellte: 67,00 EUR (West) bzw. 42,50 EUR (Ost) pro Monat

  • Auszubildende: 20,00 EUR pro Monat

Zusammenspiel mit dem SOKA-BAU Gesamtbeitrag

Der Gesamtbeitrag für gewerbliche Arbeitnehmer setzt sich wie folgt zusammen:

Beitragsart

West

Ost

Urlaubskasse

15,1%

15,1%

Berufsbildung

1,9%

1,9%

Zusatzversorgung

3,2%

1,7%

Gesamtbeitrag

20,2%

18,7%

Der Gesamtbeitrag wird monatlich an die ULAK gemeldet und abgeführt. Die ULAK leitet den Zusatzversorgungsanteil an die ZVK weiter. Für Arbeitgeber ist entscheidend, dass die Bemessungsgrundlage (beitragspflichtiger Bruttolohn) korrekt ermittelt wird.

Meldefristen und Abführung

Die SOKA-BAU-Meldungen müssen monatlich erfolgen. Verspätete Meldungen oder fehlerhafte Beitragsberechnung können zu Säumniszuschlägen und Nachforderungen führen. Ab dem 1. Januar 2027 müssen SOKA-BAU-Meldungen digital aus systemgeprüften Programmen erfolgen. Manuelle Meldungen sind dann nicht mehr zulässig.

Detaillierte Informationen zum Meldeverfahren finden Sie in unserem Artikel zu SOKA-BAU Meldungen.

Häufige Fehler bei der Zusatzversorgung

In der Praxis sehen wir bei der Betreuung von Bauunternehmen immer wieder die gleichen Fehler bei der Zusatzversorgung. Diese fünf Punkte sollten Sie prüfen:

1. Falsche Tarifgebietszuordnung

Unternehmen mit Baustellen in verschiedenen Bundesländern ordnen Mitarbeiter dem falschen Tarifgebiet zu. Entscheidend ist der Betriebssitz, nicht der Einsatzort der Baustelle. Ein Unternehmen mit Sitz in Sachsen (Ost) zahlt 1,7% Zusatzversorgung, auch wenn die Baustelle in Bayern liegt.

2. Angestellte werden wie gewerbliche Arbeitnehmer abgerechnet

Für Angestellte gelten Pauschalbeträge (67,00 EUR West, 42,50 EUR Ost), nicht die prozentualen Sätze. Wird ein Angestellter mit 5.000 EUR Bruttolohn versehentlich mit 3,2% abgerechnet, zahlt der Arbeitgeber 160,00 EUR statt der korrekten 67,00 EUR. Das summiert sich über die Monate erheblich.

3. Veraltete Beitragssätze nach dem 1. Juli 2025

Seit dem 1. Juli 2025 gilt im Tarifgebiet Ost ein Beitragssatz von 1,7% statt vorher 1,4%. Wer die Anpassung im Abrechnungssystem verpasst hat, zahlt entweder zu wenig (Nachforderung bei Prüfung) oder muss den neuen Satz manuell korrigieren.

4. Auszubildende vergessen

Auszubildende haben Anspruch auf die Branchenrente. Der Beitrag von 20,00 EUR pro Monat wird gelegentlich übersehen, insbesondere wenn Azubis erst während des Abrechnungszeitraums eingestellt werden. Auch kurze Beschäftigungsdauern begründen einen Beitragsanspruch.

5. BauRente ZukunftPlus nicht in der Abrechnung berücksichtigt

Wenn Mitarbeiter sich für die freiwillige BauRente ZukunftPlus entscheiden, muss die Entgeltumwandlung korrekt in der Lohnabrechnung abgebildet werden. Der umgewandelte Betrag mindert das Bruttoentgelt für Steuer- und Sozialversicherungszwecke. Fehler hier führen zu falschen Steuer- und SV-Berechnungen.

FAQ: Häufig gestellte Fragen zur Tarifrente Bau

Ist die Tarifrente Bau Pflicht für alle Bauunternehmen?

Ja. Die Tarifrente Bau basiert auf dem allgemeinverbindlichen Tarifvertrag über das Sozialkassenverfahren im Baugewerbe (VTV). Alle Betriebe des Bauhauptgewerbes sind verpflichtet, Beiträge zur Zusatzversorgung abzuführen. Das gilt unabhängig von einer Mitgliedschaft im Arbeitgeberverband oder einer individuellen Tarifbindung.

Können Arbeitnehmer die Tarifrente mitnehmen, wenn sie den Arbeitgeber wechseln?

Ja. Die Rentenansprüche sind an den Arbeitnehmer gebunden, nicht an den Betrieb. Wechselt ein Arbeitnehmer zu einem anderen Unternehmen im Bauhauptgewerbe, werden die Beiträge beim neuen Arbeitgeber weiter auf dasselbe Konto bei der ZVK eingezahlt. Die Ansprüche gehen nicht verloren.

Was passiert mit den Ansprüchen, wenn ein Arbeitnehmer die Baubranche verlässt?

Die bis zum Ausscheiden erworbenen Ansprüche bleiben bestehen. Sie werden als sogenannte unverfallbare Anwartschaft geführt und bei Erreichen der Regelaltersgrenze ausgezahlt. Die Höhe richtet sich nach den bis zum Ausscheiden eingezahlten Beiträgen.

Was passiert bei einer SOKA-BAU Betriebsprüfung der Zusatzversorgung?

SOKA-BAU prüft regelmäßig die korrekte Beitragsabführung, in der Regel alle drei bis fünf Jahre. Bei der Prüfung werden die gemeldeten Bruttolöhne mit den Lohnkonten und Beitragsnachweisen abgeglichen. Stimmen die Werte nicht überein, drohen Nachforderungen inklusive Säumniszuschlägen. Besonders häufig beanstandet werden falsche Tarifgebietszuordnungen und fehlende Meldungen für Angestellte oder Auszubildende. Halten Sie Ihre Lohnabrechnungen, Beitragsnachweise und SOKA-BAU-Meldungen mindestens fünf Jahre griffbereit, damit Sie bei einer Prüfung alle Nachweise schnell vorlegen können.

Wie unterscheidet sich die Tarifrente Bau von der BauRente ZukunftPlus?

Die Tarifrente Bau ist die tariflich verpflichtende Zusatzversorgung, die ausschlieslich vom Arbeitgeber finanziert wird. Die BauRente ZukunftPlus ist ein freiwilliges Zusatzangebot, bei dem Arbeitnehmer über Entgeltumwandlung eigene Beiträge leisten. Beide Modelle ergänzen sich und werden über SOKA-BAU verwaltet.


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Bild von Isabel Kießling
Isabel Kießling

Fachautorin für Lohn- und Gehaltsthemen mit Fokus auf praxisnahe Informationen rund um die Entgeltabrechnung.